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rangtong vs shentong

tib. rang stong bzw. gzhan stong bedeuten wörtl. „Selbst-Leerheit“ (rangtong) oder „Fremd-Leerheit“ oder „Leerheit des Anderen“ (shentong). Diese beiden Begriffe prägen eine sehr alte philosophische Debatte im Mahayana-Buddhismus.

Die ‚rangtong‘-Sichtweise wird vor allem von den Gelugpa vertreten und meint, dass alles ausschließlich bedingter Natur ist. Alles ist aus Bedingungen zusammengesetzt und wenn diese Bedingungen verschwinden, so verschwindet auch alles, was von ihnen bedingt war. Dies wird durch den Ausdruck ‚leer‘ bezeichnet – ‚leer‘ im Sinne des Fehlens einer eigenen beständigen Natur: Bestandteile der Erfahrung sind nicht von Natur aus (von sich aus) mit einer definierenden Eigenschaft ausgestattet.

Die shentong‘-Sichtweise wurde vor allem von den Jo Nangpas vertreten (zB Taranātha), aber auch in anderen Kagyü- oder Nyingma-Traditionen wird ernsthaft über dieses Thema debattiert. Hier wird die so genannte dritte Drehung des Dharmarades als Inspiration gesehen, besonders jene „Aussagen, die die Nondualität von Subjekt und Objekt als die vollendete Natur (PARINIṢPANNA) und das Verständnis dieser Nondualität als die höchste Weisheit beschreiben. Sie beschreiben diese Weisheit in substantialistischen Begriffen und bezeichnen sie als ewig, selbst-erschaffen und wahrhaft etabliert. Dieses Weisheitsbewusstsein existiert autonom und ist daher nicht leer in der Weise, wie Leerheit von den Dge lugs verstanden wird. Stattdessen ist dieses Weisheitsbewusstsein leer in dem Sinne, dass es frei von allen Störgefühlen und konventionellen Faktoren ist, die seiner wahren Natur fremd sind. Daher sprechen die Jo nang von der „Leerheit des Anderen“, der Abwesenheit von extrinsischen und fremden Qualitäten.“ (Buswell/Lopez 2014, übersetzt, gekürzt)

Zwei Kerntexte, das Dharmadharmatāvibhāga und das Ratnagotravibhāga, wurden von Maitrīpa wiederbelebt (ob er sie wirklich in einem Stupa entdeckte, ist nicht klar – vgl den Eintrag zu Jñānaśrīmitra (ca. 980–1040)). In diesen Texten wird die vollkommene Natur und die Leuchtkraft (luminosity) des Geistes mit der Buddha-Natur gleichgesetzt. Diese beiden Texte waren „in Indien mehr als fünf Jahrhunderte lang weitgehend ignoriert worden. […]

Die Dinge schienen sich jedoch geändert zu haben, als Maitrīpa (ca. 1007- ca. 1086) begann, die tantrischen Mahāmudrā-Lehren, die er von seinem Lehrer Śavaripa erhielt, in den Mainstream des Mahāyāna zu integrieren. Maitreyas Synthese der Drei-Naturen-Lehre und der Buddha-Natur erwies sich als eine gute lehrmäßige Unterstützung für Maitrīpas Ansatz. Die Bedeutung des Dharmadharmatāvibhāga und des Ratnagotravibhāga für Maitrīpas mahāmudrā wird weiter unterstrichen durch die traditionelle Darstellung, dass Maitrīpa diese beiden Texte wiederentdeckte und Ānandakīrti und Sajjana lehrte. Mit Hilfe des letzteren übersetzte der tibetische Gelehrte Rngog Blo ldan shes rab (1059-1109) den Ratnagotravibhāga und seine vyākhyā ins Tibetische.“ (Mathes 2015a)

Im Mahāyāna-Kanon wird das Tathāgatagarbha, das Herz der Sogegangenen, als beständig, rein und glückselig beschrieben.

Aus einem Text zu Maitrīpa (1007-1078): „Obwohl der Begriff gzhan stong nicht gefunden wird, beschränkt sich die Beschreibung rang stong eindeutig auf das, was im Ratnagotravibhāga normalerweise als flüchtige Verunreinigungen klassifiziert wird:

Karman, Verunreinigungen und Leiden – diese drei – werden als ohne Basis und leer von einem Eigen-Sein gelehrt…

Es ist wichtig zu beachten, dass eine typische ranghohe Madhyamaka-Position stattdessen behaupten würde, dass alles, einschließlich der Buddha-Natur, leer von einem Eigen-Sein ist. [Anmerkung dazu im Text:] „Sich auf das Śrīmālādevīsūtra stützend, beschreibt der Ratnagotravibhāga den dharmakāya als Besitzer der vier Vollkommenheiten von Beständigkeit, Selbst, Glückseligkeit und Reinheit“ (Mathes 2015a)